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Basaltwerk Stangenroth

Von Alfred Saam

Basaltwerk Stangenroth im Winter
Basaltwerk Stangenroth im Winter

Zwischen dem Feuerberg, auf dem die Kissinger Hütte bereits 1914 gebaut wurde und dem Totnansberg mit der Jagdhütte König Ludwig I. liegt am Scheitel der Verbindungsstrecke Gefäll-Oberbach das Staatsforstrevier Hahnenknäuschen in ca. 800 m Meereshöhe.

Im 19. Jahrhundert war in dieser Gegend im Winter alles menschenleer, Wege waren noch nicht ausgebaut und vom Tourismus der Wohlstandsgesellschaft ahnte man noch nichts. Erst im Frühjahr stiegen Holzfäller von Gefäll, Stangenroth und Langenleiten zum Berg hinauf, um ihre harte Arbeit zu verrichten. Darunter waren die Haumeister Johann Voll, Dorfname Taube Dick, aus Gefäll und Alex Voll, Dorfname Ketteroms Alex, aus Langenleiten.

Der damalige Revierförster Innozenz Kapp wohnte im Forsthaus in Langenleiten. Kapp war am 27.12.1898 in Mainsondheim geboren. Im November 1920 kam er von Mainsondheim nach Langenleiten und wurde für das Revier am Berg eingeteilt, zu dem auch die Forstabteilung Hahnenknäuschen gehörte. Er ist am 05.06.1970 in Langenleiten verstorben.

Der Totnansberg und dessen Umgebung waren reich bewaldet. Um die dort wachsenden Buchen zu fällen und auch als Nutzholz zu verwenden, brauchte man dringend Waldwege und Straßen, für deren Bau Kapp zuständig war.


Gleisbau vom Basaltwerk zum Steinbruch 1928

Gleisbau vom Basaltwerk zum Steinbruch 1928

Zu dieser Zeit bestand die Straße von Oberbach zum Berg bereits. Sie war in den Jahren 1916/17 unter Einsatz von russischen Kriegsgefangenen gebaut wurden, weshalb sie von den Einheimischen kurz "Russenstraße" genannt wurde. Bedenkt man, dass es zu dieser Zeit noch keine Steinbrecher gab und das gesamte Steinmaterial in Handarbeit geklopft werden musste, so war dies eine ungeheuerliche Leistung. Die übrigen wenigen vorhandenen Forststraßen waren nur sehr dürftig ausgebaut. Deshalb trieb das Forstamt Stangenroth, dem das Revier unterstellt war, unter Forstmeister Otto Höflich (Dienstzeit 1919-1925) den Wegebau voran.

Was lag näher, als das harte Basaltgestein der Rhönberge für den Wege- und Straßenbau zu verwenden. Fortschritte in der Technik machten das mühselige Steineklopfen überflüssig. Ein fahrbarer Brecher aus Privathand wurde beim Revier Hahnenknäuschen aufgestellt.

Hauptbrecher
Hauptbrecher

Als Antriebsmaschine diente eine Dampfmaschine. Diese Dampfmaschine gehörte Markus Heilmann aus Zahlbach und diente im Sommer zum Antrieb seiner Dreschmaschine. Sein ältester Sohn Alfred, geb. am 07.02.1898, überwachte und versorgte die Maschine mit dem notwendigen Holz als Brennstoff, das er im Wald sammelte. Am 18. Juni 1920 wurde er vom Waldaufseher Julius Holzheimer aus Schmalwasser unter mysteriösen Umständen durch einen Gewehrschuss in den Kopf tödlich verletzt.

Das große Unglück geschah am 18. Juni 1920 auf dem Wege zum Gebirgsstein, einer Abzweigung von der Oberbacher Straße, die zu dieser Zeit gerade ausgebaut wurde, als Alfred Heilmann vom Waldaufseher Julius Holzheimer aus Schmalwasser aus Unvorsichtigkeit mit dem Gewehr in den Kopf geschossen wurde und an dieser Stelle verstarb. Dabei sei "in keinster Weise" Vorsatz oder Absicht im Spiel gewesen. Dennoch wurde der 23-jährige Täter wegen Leichtsinns zu einem Vierteljahr Haft verurteilt. Nach seiner vorzeitigen Entlassung wanderte er nach Amerika aus. Er fuhr mit der Schiffskarte die sein Bruder hatte benutzen wollen. Erst nach dem Weltkrieg besuchte Holzheimer seine Heimat noch dreimal, er verstarb in hohem Alter in den USA.

Heute erinnert ein Kreuz an dieser Stelle an das Unglück. Der Volksmund nennt heute noch diesen Platz zur Erinnerung an den Toten "die Heilmannsplatte".


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