die Rhön
entdecken Sie die Rhön online
|1.1  Startseite |1.2  Sitemap |1.3  Suche |1.4  Kontakt |1.5  Impressum |1.6  Datenschutz |1.7  A-Z |  
 Startseite > Rhoenline > Geschichte(n) > Basaltabbau in der Rhön > Stangenroth > Stangenroth - Teil VI >

Anzeigen
Rhöner Drachen- und Gleitschirm-Flugschulen

Georg Bamberg kam 1947 aus der Internierung aus Moosburg zurück. Sofort erhielt er den Auftrag, das Basaltwerk Bramberg im Haßgau zu bauen. In dieser Zeit leitete der Ingenieur Josef Bergmann, ein ehemaliger Flugzeugingenieur aus Thüringen, den Betrieb. Seine Wohnung hatte er bei der Familie Bamberg. Ende 1948 übernahm Bamberg wieder die Leitung des Basaltwerks Stangenroth. Nach den Plänen Bambergs und unter dessen verantwortlicher Leitung wurde nun auch das Basaltwerk Neuwirtshaus errichtet. Nach der Fertigstellung übernahm Ingenieur Bergmann die Leitung des Werks Neuwirtshaus.

Bruchhütte
Die Bruchhütte, in der Nähe des Steinbruchs, hier nahmen die Brucharbeiter während der Mittagspause ihre Mahlzeit ein. Ein kleiner Kohleherd auf dem das Essen warm gemacht werden konnte und auch ein kleiner Keller (Grube) waren vorhanden.

Im Basaltwerk Stangenroth waren nun bereits mehr als 30 Arbeiter beschäftigt, davon ca. 16 Mann mit Akkordarbeit im Steinbruch, 10 Mann im Werk und 6 Fahrer für die LKW.

Von einem raschen wirtschaftlichen Aufschwung berichtet der Geschäftsbericht des Forstamtes im Jahre 1948: "In der Zeit nach der Währungsreform konnte ein wirklicher Überschuss von 8.588,-DM erzielt werden. Im kommenden Wirtschaftsjahr wird der Ausbau des Basaltwerks mit zwei Grob- und zwei Feinbrechern beendet und damit die Zeit namhafter Überschüsse eingeleitet werden, in der dann auch die Bauanlagen und Maschinen amortisiert werden können und eine eigentlich kaufmännisch einwandfreie Erfolgsrechnung durchzuführen ist."

In diesen Jahren wurde von den Forstämtern der Forstwegebau intensiv betrieben. Die Forstämter Stangenroth, Steinach, Bad Kissingen, Neustadt, Neuwirtshaus, Rimpar, Würzburg, Brückenau und Marktheidenfeld bezogen Schotter. 1952 wurde unter Forstmeister Huppmann eine Waage eingerichtet, die den Übergang von der Volumenabrechnung zur genaueren Gewichtsabrechnung ermöglichte.

Die ab dem Jahre 1953 häufig eingeleiteten Flurbereinigungsmaßnahmen und der damit verbundene Bau von Flurwegen führte zu einer weiteren Absatzsteigerung. Das Straßen- und Flussbauamt Schweinfurt und Brückenau bezogen bereits ab 1949 ganzjährig Basaltsplitt für die Ausbesserung der Straßen, sowie Teersplitt für den Sommer und Streusplitt für den Winterdienst.

Basaltwerk Stangenroth

Die Arbeiter wurden nunmehr mit einem betriebseigenen LKW aus den umliegenden Dörfern zur Arbeit abgeholt. 1951 wurde zu diesem Zweck sogar ein Bus angeschafft, dessen Fahrer Richard Breuter aus Zahlbach war. Eine weitere Neuanschaffung nach Wiederaufnahme der Arbeiten war der Kauf einer leistungsstärkeren Diesellok mit Überdachung. 1953 stand wieder ein Wechsel in der Führung an. Alfons Huppmann wurde an das Forstamt Würzburg versetzt, das kriegsfolgebedingt in Kleinrinderfeld, Landkreis Würzburg, untergebracht war. Ihm folgte Forstmeister Hubert Jobst, der bis 1959 blieb. Von 1959-1962 hatte die Leitung Forstmeister Friedrich Ellinger.

Friedrich Ellinger war es auch, der erstmals über eine Stilllegung des Werkes bzw. über einen Verkauf an einen privaten Unternehmer Überlegungen anstellte, ja sogar Angebote von privaten Interessenten einholte. Verständlicherweise wandten sich die Arbeiter des Basaltwerkes in einer Resolution am 18. März 1960 gegen diese Absichten: "Es wird ferner zu bedenken gegeben, dass es im Jahre 1929 führende Männer der Christlich-Bayerischen Volkspartei waren, die das Werk zur Linderung der Not in der Rhön schufen. Nicht vergessen werden darf bei einer zu treffenden Entscheidung der Umstand, dass die Beschäftigten des Werkes größtenteils durch Jahrzehnte für geringen Lohn dem Staat treu gedient und dadurch auch immer eine Rentabilität des Werkes erzielt haben." Im Auftrag der Arbeiterschaft der Nebenbetriebe beim Forstamt unterzeichnete Bonifaz Kirchner.

Natürlich hatte diese Resolution an die Forstbehörde zunächst nicht den gewünschten Erfolg. Erst als im Bayerischen Landtag die SPD-Abgeordneten Hans Sauer und Oskar Soldmann, sowie der CSU Landtagsabgeordnete und Landrat Engelbert Hofmann sich bei der Bayerischen Staatsregierung gegen eine Verpachtung aussprachen, wurde der Plan von Friedrich Ellinger aufgegeben und der Betrieb in der bisher gewohnten Form weitergeführt.

In Anerkennung seiner Verdienste um den Ausbau und die Führung des Basaltwerkes wurde Georg Bamberg im Jahre 1960 zum Forstamtmann ernannt. Da Bamberg kurz vor seiner Pensionierung stand, wurde Mitte 1963 Ingenieur Hans Schaller eingestellt, den Bamberg bereits im Internierungslager Moosburg kennen gelernt hatte. Hans Schaller war am 07.11.1919 in Regnitz-Losau geboren.

Im Frühjahr 1961 wurde die einzige weibliche Bürokraft eingestellt, nämlich Magda Wehner, die Tochter des früheren Sprengmeisters Kaspar Wehner. Magda Wehner arbeitete halbtags im Forstamt, die übrige Zeit erledigte sie die Büroarbeiten des Basaltwerkes, die in der Zeit der Blütezeit rasch an Umfang zugenommen hatten. Das Büro befand sich in der Wohnung von Georg Bamberg. Magda Wehner blieb bis zur Auflösung des Forstamtes Stangenroth im April 1973.

Wie bereits erwähnt führten die vielerorts durchgeführten Flurbereinigungsmaßnahmen zu einem hohen Bedarf an Basaltschotter. Die betriebseigenen LKW's hatten Tag für Tag vollen Einsatz. Die Jahresbilanz erreichte die halbe Million, eine zur damaligen Zeit beachtliche Summe.

Anzeigen
Gasthof Adler Bischofsheim


| nach oben |
Geschichte & Geschichten

Mehr zum Basaltabbau

Geschichte & Geschichten

Weitere Artikel zum Thema

© by rhoenline & rhoenline-media