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Rhöner Auswanderer - Teil II

Auswanderungen aus dem Raum Brückenau

von Walter Kömpel, Oberbach

Viele Rhöner wanderten bereits vor hunderten von Jahren aus. Viele verließen unsere Gegend und ließen sich in Kurhessen, Preußen, Ungarn, Österreich und Spanien nieder. Auswanderungen nach Australien, die LaPlata-Staaten waren auch das Ziel einiger. Das Groß der Auswanderer zog es aber nach Nordamerika.

Brückenauer Anzeiger, 28.07.1881
Brückenauer Anzeiger, 28.07.1881

Was trieb sie dazu ihre Heimat, Freunde und ihre gewohnte Umgebung zu verlassen?

  • Armut
  • Erwerbsmöglichkeiten, keine oder wenige
  • Flucht vor Kriegen und Kriegsdienst
  • Missernten (lange kalte Winter, kurze nasse Sommer, Dürremonate) und karge Böden in der Rhön
  • Politische Unterdrückung
  • Seuchen und Epidemien
  • Um der Strafverfolgung zu entgehen oder aber
  • Abenteuerlust

Die ersten Dörfer dieser Gegend wurden bereits im 9. Jahrhundert gegründet (z. B. Schondra, Oberleichtersbach). Weitere Orte folgten unaufhaltsam. Trotzdem wanderten ganze Familien aus und somit verschwand manch alteingesessene Familie aus dieser Gegend.

Auch viele jüdische Familien, die lange Zeit hier in der Rhön ihre Heimat fanden (in den Gemeinden Zeitlofs, Schondra, Brückenau, Unterriedenberg und Platz) zogen in die Ferne.

Selbst in der Mitte des letzten Jahrhunderts, wenige Jahre nach Kriegsende war Wildflecken Schauplatz des Geschehens. Im sogenannten UNRRA Lager (United Nations Relief and Rehabilitation Administration), welches von den United Nations (Holländer, Neuseeländer, Belgier, Venezulaner, Franzosen und Amerikanern) verwaltet wurde, wie auch von Kathryn Hulme im Buch "The Wild Place" dargestellt, wurden hier Kriegsflüchtlinge (DP = Displaced Persons) und deren Familien darauf vorbereitet, innerhalb Deutschlands, Europas sowie hauptsächlich nach Überseestaaten auszuwandern.

Nach der Übernahme des Truppenlagers Wildflecken durch die US Armee bahnten sich im Laufe der Jahre Freundschaften an. Eine Heirat folgte in vielen Fällen. Auch hier folgten unzählige junge Frauen ihren Ehemännern nach Amerika und deren Nachkommen leben heute bereits in der zweiten oder gar dritten Generation in den USA.

Zahlreiche Hinweise über Auswanderungen findet man in Ortschroniken, wie die von Kaspar Gartenhof, Gerwin Kellermann oder Leonhard Rugel, um nur einige zu nennen, beschrieben.

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