
Geschichtliches zum Thema Autobahn
Jeder ist schon einmal auf einer Autobahn gefahren. Für uns ist es das normalste der Welt, sich mit dem Auto auf der Autobahn zur Arbeit, in den Urlaub oder sonst wohin zu bewegen. Egal wohin man fährt, wo Verkehr ist, gibt es auch Autobahnen. Kaum jemand fragt sich seit wann es solche Straßen mit getrennten Fahrbahnen für hin und zurück gibt. Aber so wie "Das Auto" eine Geschichte hat, so hat auch "Die Autobahn" ihre eigene Geschichte. Diese Geschichte beginnt eigentlich schon vor dem 1. Weltkrieg, als man begann sich über Straßen Gedanken zu machen die nur für das Auto reserviert sein sollten.
Als der 1. Weltkrieg und die nachfolgenden Wirren zu Ende waren, griff man in den 20er Jahren das Thema wieder auf. Die HAFRABA (Verein zur Vorbereitung der Autostraße Hansestädte-Frankfurt-Basel) legte bereits Mitte der 20er Jahre Konzepte für den Bau von "Nur Autostraßen" vor. Bereits damals gab es Pläne für ein deutsches Fernstraßennetz von 22.500 km Länge. Diese Pläne wurden aber noch Anfang der 30er Jahre vor allem von den Kommunisten und den Nationalsozialisten abgelehnt, da diese neuen Verkehrswege als "Straßen der Reichen" nicht ins ideologische Bild eines klassenlosen Staates passten. Eindeutig abgelehnt wurden solche Pläne aber auch von der "Deutschen Reichsbahn Gesellschaft" bzw. ihrer Nachfolgeorganisation, der "Deutschen Reichsbahn", die ihr Monopol auf Güterbeförderung durch ein ausgebautes Straßennetz gefährdet sah.
Trotz alledem wurde 1929 mit dem Bau der "Kraftwagenbahn Köln-Bonn" begonnen. Die 20 km lange Strecke wurde im August 1932 eingeweiht und gilt als 1. Autobahn der Welt. Heute ist diese Strecke ein Teilstück der A555. Der Bau wurde unter der Voraussetzung begonnen, die Arbeiten als "Notstandsarbeit" ausführen zu lassen. Das hieß im Klartext, dass zigtausend Kubikmeter Aushubmaterial von Hand gelöst, mit Schaufeln auf Kipploren aufgeladen und an anderer Stelle auf gleiche Weise wieder eingebaut werden mussten.
Statistik
Geplant waren ca. 7.000 km "Grundnetz." Die Vorstellung dieses "Grundnetzes" war die erste Amtshandlung des zum "Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen" ernannten Fritz Todt am 18.03.1933.
Gebaut wurden:
Nach der "Machtergreifung" der Nationalsozialisten (1933) entdeckten diese die Autobahn für ihre Zwecke. Die Widerstände, die sie dem Projekt noch vor kurzem entgegenbrachten, waren vergessen. Die Nazi-Propaganda erschuf die Legende vom "Führer", der eines Tages auf einem Blatt Papier einige horizontale und vertikale Linien zeichnete und dazu erklärte, so stelle er sich ein deutsches Fernstraßennetz vor. Die Reichsautobahn (RAB) war geboren. Da die historische Entwicklung einfach verschwiegen wurde, nannte die Propaganda die Reichsautobahnen fortan nach ihrem "Erfinder" "Straßen des Führers".
Die RAB wurden in den 30er Jahren weltbekannt. Nirgends in der Welt gab es Vergleichbares. Kritiker fragten bereits damals nach dem Sinn der RAB. Wer hatte 1933 schon ein Auto!! Das war ja das Hauptargument selbst der NSDAP gegen die Autobahnen gewesen: Keine Straße für Privilegierte (!!) "also Reiche", die auch damals bereits Auto fuhren.
Kosten:
bis 1945: 6,5 Milliarden Reichsmark (RM)
Finanzierung über:
Die Herstellung von 1 km Autobahn kostete durchschnittlich ca. 1,2 Mio RM, kalkuliert waren 1933/34 aber nur 500.000,00 RM !
Die Kostenteilung wurde überschläglich berechnet mit:
www.strecke46.de
© by
Heinz Leitsch, 1998 - 2002