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Altglashütten

höchstes Dorf Hessens

Zu Altglashütten zählte man die Ortsteile Brücke, Symbol: Interner LinkHarfenmühle, das Symbol: Interner LinkWiesenhaus und das Symbol: Interner LinkHaus Franken am Dammersfeld. 1938 waren es 216 Einwohner.

Altglashütten

Altglashütten lag im Tal der Kleinen Sinn in 568 m Höhe lang hingestreckt zwischen Dammersfeld, Steinküppel und dem Kleinen Auersberg. Mitten durch das Dorf führte die Straße von Reußendorf nach Kothen. Etwas oberhalb, am Weg zum Wiesenhaus, lag der Ortsteil Brücke.

Die Gründung des Dorfes erfolgte im Jahre 1609 mit der Errichtung einer Glashütte durch den Fürstabt von Fulda Johann Friedrich von Schwalbach. Diese Glashütte war bis zum Ende des 18. Jahrhunderts in Betrieb.

1763 - 1765 wurde die Kirche erbaut, die der Empfängnis Mariä geweiht war, 1912 wurde sie umgebaut. Der Friedhof befand sich vor dem Dorfe an der Straße nach Neuglashütten, Reste sind heute noch zu sehen, erhaltenswerte Grabsteine wurden vor einigen Jahren auf den Friedhof von Reußendorf gebracht.

Wirtshaus
Wirtshaus

Seit dem Jahre 1777 bestand in Neuglashütten eine Sommerschule, die auch von den Kindern aus Altglashütten besucht wurde. 1781 wurde auch in Altglashütten eine Schule eröffnet.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts wanderten einige Bewohner nach Ungarn aus, ließen sich dort als Bauern nieder und gaben ihrer neuen Siedlung den Heimatnamen Altglashütten. Sogar Flur- und Bergnamen waren von den Auswanderern in die neue Heimat verpflanzt worden (z.B. Steinküppel)

Räumungstermin war der 01.04.1938, viele Bewohner verließen ihre Heimat jedoch schon 1937. Sie verblieben in der Rhön (Einraffshof, Reußendorf, Oberbach, Kothen, Wernarz, Großenbrach, Magdlos, Schmalnau, Gersfeld, Oberebersbach, Dirlos, Struth, Flieden), andere verzogen in den Raum Offenbach (Dietesheim, Lämmerspiel, Hainhausen, Hausen, Welzheim, Stockheim, Mainflingen) und nach Niederbayern (Straubing, Deggendorf).

Der Bauer Ludwig Wiegand (Hausnummer 19) weigerte sich, sein Haus zu verlassen. Am 10.05.1938 wurde er mit Gewalt entfernt. Die Familie Hohmann (Hs. Nr. 5) verließ Altglashütten als letzte am 25.05.1938, da Maria Hohmann wegen Krankheit nicht transportfähig war. Der Übungsplatz wurde in dieser Zeit schon in vollem Umfang genutzt.

Friedhof und Rhönerzaun
Friedhof und Rhönerzaun

Die Häuser befanden sich noch bis 1945 in einem guten baulichen Zustand. Die Fenster waren ausgebaut und durch Sperrholzatrappen ersetzt, wurden jedoch numeriert zur Wiederverwendung in den jeweiligen Gebäuden gelagert.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges fasste man zunächst den Plan der Wiederbesiedlung, doch gab man bald dieses Vorhaben wieder auf. So holten sich die Bewohner der Umgebung das verwertbare Baumaterial. In den Jahren 1946 - 1948 wurden die dadurch zu Ruinen gewordenen Gebäude von den zuständigen Behörden zum Abbruch freigegeben und verkauft.

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